Jasnogorsk

Jasnogorsk (russisch Ясногорск) ist eine Stadt in Russland in der Oblast Tula. Sie liegt am Fluss Waschana, einem rechten Nebenfluss der Oka, rund 35 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Tula sowie 160 km südlich von Moskau entfernt. Jasnogorsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons (Landkreises) und hat 16.795 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).

Die Stadt Jasnogorsk wird erstmals in schriftlichen Urkunden aus dem 15. Jahrhundert erwähnt, damals als eine Siedlung namens Laptewo, welche vermutlich nach einem dort ansässigen Gutsherr mit dem Familiennamen Laptew benannt worden war. 1867 erlangte Laptewo einige Bedeutung beim Bau der Eisenbahnstrecke von Moskau nach Tula und weiter südlich nach Kursk; es entstand hier ein Bahnhof, der im Folgenden auch als Umschlagplatz für den Holztransport diente. In den 1880er-Jahren gründete hier der Kaufmann Ippolit Golowin eine Fabrik zur Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen. Erst im Jahre 1958 jedoch wurde Laptewo offiziell zur Stadt und erhielt schließlich 1965 den „wohlklingenden“ Namen Jasnogorsk – wörtlich übersetzt in etwa „heitere Stadt“.
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Im heutigen Jasnogorsk ist die Maschinenfabrik, die aus dem Betrieb Golowins hervorging, der wichtigste Industriebetrieb. Die Stadt ist von eher ländlicher, vorwiegend aus Holzhäusern bestehenden Bebauung geprägt. Der Bahnhof von Jasnogorsk mit dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Empfangsgebäude ist Haltepunkt für Nahverkehrszüge aus Moskau, Serpuchow und Tula.
Verwaltungszentrum: Tula
AlexinS | BeljowR | BogorodizkR | Bolochowo | DonskoiS | JasnogorskR | JefremowS | KimowskR | KirejewskR | Lipki | NowomoskowskS | PlawskR | SchtschokinoR | Sowetsk | SuworowR | Tschekalin | TulaS | UslowajaR | WenjowR
ArsenjewoR | DubnaR | KurkinoR | NowogurowskiS | OdojewR | Perwomaiski | SaokskiR | SlawnyS | TjoplojeR | TschernR | WolowoR
Archangelskoje
Liste der Städte in der Oblast Tula | Verwaltungsgliederung der Oblast Tula
Anmerkungen: S – Sitz eines Stadtkreises, R – Verwaltungszentrum eines Rajons

Montferrier-sur-Lez

Montferrier-sur-Lez ist eine französische Gemeinde mit 3489 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Sie gehört administrativ zum Arrondissement Montpellier sowie zum Kanton Montpellier-2.

Die Gemeinde liegt im Ballungsraum nördlich von Montpellier am rechten Ufer des Flusses Lez. Sie grenzt im Norden an Saint-Clément-de-Rivière und Prades-le-Lez, im Osten an Clapiers, im Süden an Montpellier und im Westen an Grabels.
Die Burg wurde vor der Französischen Revolution von einem Marquis errichtet. Bis 1935 hieß die Gemeinde nur Montferrier.
Assas | Baillargues | Balaruc-les-Bains | Balaruc-le-Vieux | Beaulieu | Boisseron | Bouzigues | Buzignargues | Campagne | Candillargues | Castelnau-le-Lez | Castries | Cazevieille | Clapiers | Claret | Combaillaux | Cournonsec | Cournonterral | Fabrègues | Ferrières-les-Verreries | Fontanès | Frontignan | Galargues | Garrigues | Gigean | Grabels | Guzargues | Jacou | Juvignac | La Grande-Motte | Lansargues | Lattes | Lauret | Lavérune | Le Crès | Le Triadou | Les Matelles | Loupian | Lunel | Lunel-Viel | Marsillargues | Mauguio | Mèze | Mireval | Montaud | Montbazin | Montferrier-sur-Lez | Montpellier | Mudaison | Murles | Murviel-lès-Montpellier | Palavas-les-Flots | Pérols | Pignan | Poussan | Prades-le-Lez | Restinclières | Saint-Aunès | Saint-Bauzille-de-Montmel | Saint-Brès | Saint-Christol | Saint-Clément-de-Rivière | Saint-Drézéry | Sainte-Croix-de-Quintillargues | Saint-Gély-du-Fesc | Saint-Geniès-des-Mourgues | Saint-Georges-d’Orques | Saint-Hilaire-de-Beauvoir | Saint-Jean-de-Cornies | Saint-Jean-de-Cuculles | Saint-Jean-de-Védas | Saint-Just | Saint-Mathieu-de-Tréviers | Saint-Nazaire-de-Pézan | Saint-Sériès | Saint-Vincent-de-Barbeyrargues | Saturargues | Saussan | Saussines | Sauteyrargues | Sète | Sussargues | Teyran | Vacquières | Vailhauquès | Valergues | Valflaunès | Vendargues | Vérargues | Vic-la-Gardiole | Villeneuve-lès-Maguelone | Villetelle | Villeveyrac

Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei

Die Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei oder k. u. k. Kraftwagenbahn No. 1 ist eine nur noch teilweise existierende Bahnstrecke in Rumänien. Sie verlief von Siebenbürgen in die Bukowina und überquerte dabei einen Kamm der Ostkarpaten.
Während der Entstehung der Bahnstrecke lag diese auf dem Territorium der habsburgischen Doppelmonarchie.
Die damals zum österreichischen Reichsteil gehörende Bukowina war auf dem Schienenweg von Wien oder Budapest aus nur über die durch Galizien führende Linie von Lemberg nach Czernowitz zu erreichen. Die Bahnstrecke von Hatna nach Kimpolung (eröffnet 1888) und deren Fortsetzung nach Dorna Watra (eröffnet 1902) waren unter anderem mit dem Ziel gebaut worden, eine Verbindung nach Ilva Mică in Nordsiebenbürgen zu schaffen. Entsprechende Pläne existierten seit 1898, scheiterten aber an den finanziellen Anforderungen.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Problematik der fehlenden Eisenbahnverbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina akut. Russische Truppen besetzten noch im gleichen Jahr weite Teile Galiziens und unterbrachen somit die Strecke zwischen der Bukowina und dem übrigen Teil Österreich-Ungarns. Die im Süden der Bukowina stehende 7. Armee unter General Karl von Pflanzer-Baltin war von allen modernen Transportwegen abgeschnitten. Die zuständigen österreichisch-ungarischen Behörden veranlassten den Bau einer provisorischen Eisenbahn über die Karpaten. Die gebotene Eile erlaubte nicht die Errichtung von Tunneln oder größeren Brücken. Man erwog zwei Varianten: zum einen eine Verbindung von Borșa über den Prislop-Pass nach Jakobeny (heute Iacobeni) im Tal der Goldenen Bistritz sowie eine Bahn aus dem Tal der Bistritz über die Region des Tihuța-Passes nach Dorna Watra (heute Vatra Dornei) und baute schließlich beide Strecken.
Die Bauarbeiten am Tihuța-Pass wurden am 1. Dezember 1914 aufgenommen. An der Bahnlinie arbeiteten ca. 300 Zivilisten sowie etwa 5600 Kriegsgefangene. Sie wurde in Normalspur (1435 mm) errichtet, wies aber 230 Kurven sowie Steigungen bis zu 8 % auf und verlief über weite Strecken entlang der 1848 errichteten Straße über den Tihuța-Pass. Der höchste Punkt der Strecke lag auf 1145 Metern Höhe. In der Nähe von Dornișoara (früher Dorna-völgy) wurde dabei die Grenze zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Reichsteil überschritten.
Am 15. August 1915 wurde die Bahnstrecke eröffnet. Für die außergewöhnliche Steigung wurden auf dem Teilstück von Tiha Bârgăului nach Dornișoara spezielle benzin-elektrisch betriebene Triebwagen eingesetzt. Diese Triebwagen besaßen eine Leistung von 150 PS. Jeder Zug bestand aus vier oder fünf Wagen und hatte eine Transportkapazität von 30 bis 50 Tonnen. Von Prundu Bârgăului nach Tiha Bârgăului sowie von Dornișoara nach Dorna Watra verkehrten normale Züge.
Die militärische Lage Österreich-Ungarns besserte sich 1915 deutlich. Trotzdem wurde die neue Strecke für militärische Transporte benutzt. Auch Lebensmittel wurden zu Beginn des Jahres 1916 aus dem damals noch neutralen Rumänien nach Österreich-Ungarn gebracht.
Die russische Brussilow-Offensive im Jahr 1916 unterbrach die galizischen Eisenbahnen erneut; der provisorischen Strecke kam eine immer größer werdende Bedeutung in der Versorgung der österreichisch-ungarischen Truppen zu. Da die russische Armee von Norden und Osten immer weiter auf Dorna Watra vorrückte, evakuierten die österreichischen Behörden im Jahr 1916 45 Lokomotiven und zahlreiche Waggons über die hier beschriebene Bahnstrecke, um sie vor dem russischen Zugriff zu retten. Auch 25.000 verwundete Soldaten und 30.000 zivile Flüchtlinge konnten so aus der Bukowina herausgebracht werden. Obwohl die Bahnstrecke Normalspurbreite hatte, konnten die zu evakuierenden, auf normalen Linien eingesetzten Loks und Waggons wegen der starken Steigung und der engen Kurvenradien nicht direkt die hier beschriebene Strecke befahren, sondern mussten in Dornișoara in Einzelteile zerlegt, auf die speziellen Züge verladen und in Tiha Bârgăului wieder zusammengebaut werden.
Im September 1917 verkehrten pro Tag 14 Zugpaare (gegenüber 5 im Jahr 1915). Durch die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Bukarest zu Beginn des Jahres 1918 verlor die Strecke ihre unmittelbare militärische Bedeutung, wurde von den österreichisch-ungarischen Behörden jedoch weiter als Transportmittel genutzt. Gleichzeitig wurde mit konkreten Planungen für eine dauerhafte Karpatenüberquerung zwischen Ilva Mică und Dorna Watra begonnen. Kurz vor Kriegsende – im Oktober 1918 – war die Strecke mit 7 Triebwagen und 92 Waggons ausgestattet. Die Situation änderte sich mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns im Oktober/November 1918. Sowohl die Bukowina als auch Siebenbürgen gelangten zu Rumänien. Zuvor wurden von den Österreichern und Ungarn sowohl die Strecke als auch die Lokomotiven und Waggons zerstört.
Am 15. Januar 1919 übernahm die rumänische Staatsbahngesellschaft CFR die Strecke und begann mit der Wiederherstellung. Die zerstörten Lokomotiven und Waggons wurden in Werkstätten in Cluj, Dej und Apahida repariert. Am 8. Juni 1922 konnte die Strecke wiedereröffnet werden. Von Tiha Bârgăului nach Dornișoara (34 km) dauerte eine Fahrt 2 ½ Stunden. Zwischen beiden Orten waren elf weitere Haltestellen eingerichtet.
Nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Ilva Mică–Floreni, deren Bau sich seit 1924 hingezogen hatte, wurde der Abschnitt von Tiha Bârgăului nach Dornișoara am 18. Dezember 1938 stillgelegt, das mit normalen Zügen befahrbare Teilstück von Dornișoara nach Vatra Dornei dagegen weiter genutzt. Der stillgelegte Abschnitt wurde in den Jahren 1939/40 demontiert.
Der Abschnitt von Prundu Bârgăului bis Dornișoara existiert nicht mehr. Das eingleisige, nicht elektrifizierte Teilstück von Dornișoara nach Floreni dient vorwiegend für den Güterverkehr (insbesondere Holz); daneben verkehren derzeit (2010) zwei Nahverkehrszüge pro Tag und Richtung. Der Abschnitt von Floreni nach Vatra Dornei ist eingleisig und elektrifiziert. Er ist Teil der Kursbuchstrecke 502 von Suceava nach Ilva Mică und damit einer wichtigen Verbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina. Es verkehren etwa vier Nahverkehrs- und sechs Schnellzüge pro Tag und Richtung.

Liste der Kulturdenkmale in Saustrup

In der Liste der Kulturdenkmale in Saustrup sind alle Kulturdenkmale der schleswig-holsteinischen Gemeinde Saustrup (Kreis Schleswig-Flensburg) und ihrer Ortsteile aufgelistet (Stand: 2015).
Ahneby | Alt Bennebek | Arnis | Ausacker | Bergenhusen | Böel | Böklund | Bollingstedt | Boren | Borgwedel | Börm | Böxlund | Brebel | Brodersby | Busdorf | Dannewerk | Dollerup | Dollrottfeld | Dörpstedt | Eggebek | Ellingstedt | Erfde | Esgrus | Fahrdorf | Freienwill | Gelting | Geltorf | Glücksburg (Ostsee) | Goltoft | Grödersby | Groß Rheide | Großenwiehe | Großsolt | Grundhof | Handewitt | Harrislee | Hasselberg | Havetoft | Hollingstedt | Holt | Hörup | Hürup | Husby | Hüsby | Idstedt | Jagel | Janneby | Jardelund | Jerrishoe | Jörl | Jübek | Kappeln | Klappholz | Klein Bennebek | Klein Rheide | Kronsgaard | Kropp | Langballig | Langstedt | Lindewitt | Loit | Lottorf | Lürschau | Maasbüll | Maasholm | Medelby | Meggerdorf | Meyn | Mittelangeln | Mohrkirch | Munkbrarup | Neuberend | Nieby | Niesgrau | Norderbrarup | Norderstapel | Nordhackstedt | Nottfeld | Nübel | Oersberg | Oeversee | Osterby | Pommerby | Rabel | Rabenholz | Rabenkirchen-Faulück | Ringsberg | Rügge | Saustrup | Schaalby | Schafflund | Scheggerott | Schleswig | Schnarup-Thumby | Schuby | Selk | Sieverstedt | Silberstedt | Sollerup | Sörup | Stangheck | Steinberg | Steinbergkirche | Steinfeld | Sterup | Stolk | Stoltebüll | Struxdorf | Süderbrarup | Süderfahrenstedt | Süderhackstedt | Süderstapel | Taarstedt | Tarp | Tastrup | Tetenhusen | Tielen | Tolk | Treia | Twedt | Uelsby | Ulsnis | Wagersrott | Wallsbüll | Wanderup | Wees | Weesby | Westerholz | Wohlde

East Orange

Essex County
34-19390
East Orange ist eine Stadt im Essex County, New Jersey, USA. Bei der Volkszählung 2010 wurde eine Bevölkerungszahl von 64.270 registriert.

Nach dem United States Census Bureau hat die Stadt eine Gesamtfläche von 10,2 km², wobei keine Wasserflächen miteinberechnet sind.
East Orange liegt im Ballungsraum New York und ist etwa 20 Kilometer Luftlinie von Manhattan, dem Zentrum von New York City entfernt.
In East Orange befand sich seit 1924 der Campus des 1893 von skandinavischen Einwanderern in New York gegründeten und von der schwedisch-lutherischen Kirche (Swedish Evangelical Lutheran Augustana Synod in North America) unterstützten Upsala College. Das private College hatte in den 1930er und 1940er Jahren bis zu 1500 Studenten. Von 1978 bis 1992 bestand ein weiterer Campus in Wantage Township im Sussex County. Die in den 1970er und 1980er Jahren steigende Kriminalität in der Umgebung des Campus in East Orange wirkte sich auf die Zahl zahlungskräftiger Studenten aus, auch die Qualität der Lehrveranstaltungen sank. Finanzielle Probleme führten zur Schließung des Colleges zum 31. Mai 1995. Das Campusgelände ging in das Eigentum der Stadt über, die die Gebäude im östlichen Teil jetzt für die East Orange Campus High School nutzt. Gebäude im westlichen Teil des Geländes verfielen zunehmend und wurden im Jahre 2006 zum größten Teil abgebrochen, um das Gelände für Wohnbebauung nutzen zu können. Am Upsala College unterrichteten unter anderen Frederick Haussmann und Käthe Bauer-Mengelberg.
Nach der Volkszählung von 2000 gibt es 69.824 Menschen, 26.024 Haushalte und 16.082 Familien in der Stadt. Die Bevölkerungsdichte beträgt 6.859,8 Einwohner pro km². 3,84 % der Bevölkerung sind Weiße, 89,46 % Afroamerikaner, 0,25 % amerikanische Ureinwohner, 0,43 % Asiaten, 0,07 % pazifische Insulaner, 2,14 % anderer Herkunft und 3,80 % Mischlinge. 4,70 % sind Latinos unterschiedlicher Abstammung.
Von den 26.024 Haushalten haben 31,9 % Kinder unter 18 Jahre. 26,0 % davon sind verheiratete, zusammenlebende Paare, 28,8 % sind alleinerziehende Mütter, 38,2 % sind keine Familien, 33,0 % bestehen aus Singlehaushalten und in 11,0 % Menschen sind älter als 65. Die Durchschnittshaushaltsgröße beträgt 2,63, die Durchschnittsfamiliegröße 3,37.
28,1 % der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt, 9,8 % zwischen 18 und 24, 30,1 % zwischen 25 und 44, 20,8 % zwischen 45 und 64, 11,2 % älter als 65. Das Durchschnittsalter beträgt 33 Jahre. Das Verhältnis Frauen zu Männer beträgt 100:81,9, für Menschen älter als 18 Jahre beträgt das Verhältnis 100:74,7.
Das jährliche Durchschnittseinkommen der Haushalte beträgt 32.346 USD, das Durchschnittseinkommen der Familien 38.562 USD. Männer haben ein Durchschnittseinkommen von 31.905 USD, Frauen 30.268 USD. Der Prokopfeinkommen der Stadt beträgt 16.488 USD. 19,2 % der Bevölkerung und 15,9 % der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze, davon sind 24,7 % Kinder oder Jugendliche jünger als 18 Jahre und 14,0 % der Menschen sind älter als 65.

D-STAR

D-STAR (Digital Smart Technologies for Amateur Radio) ist ein digitaler Übertragungsstandard, mit dem Sprache (Modus DV digital voice) und Daten (Modus DD digital data) über schmalbandige Funkverbindungen übertragen werden können. Dieser Standard wurde zwischen 1999 und 2001 durch den japanischen Amateurfunkverband Japan Amateur Radio League entwickelt. Auf Anfragen der JARL hatte sich dann nur die Firma ICOM dieses Protokolls angenommen und Relaisfunkstellen, Endgeräte sowie Software auf kommerzieller Basis entwickelt und vertrieben.

Innerhalb eines D-STAR-Netzes kann die Kommunikation auf direktem Wege zwischen den Endgeräten oder auch über Relaisfunkstellen und das Internet erfolgen. Der DD-Modus (=Digital Data Modus) erfolgt nur über das 23-cm-Band. Im DV-Modus (=Digital Voice Modus) sind folgende Möglichkeiten implementiert:
Mit Erscheinen des Handfunkgerätes Icom ID-51E PLUS Anfang 2015 wird ein „schnellerer“ DV-Datenbetriebsmodus unter der Bezeichnung DV Fast Data Mode beworben:
Im DD-Modus sind folgende Möglichkeiten implementiert:
D-STAR nutzt ein offenes Protokoll. Bei D-STAR werden alle Informationen durch GMSK-Frequenzumtastung digital übertragen. Dabei setzt sich der 4,8 kbit/s Datenstrom zusammen aus dem Sprachkanal (2,4 kbit/s), der FEC (1,2 kbit/s) und dem Datenkanal (1,2 kbit/s). Daraus ergibt sich dann die Kanalbandbreite von 6 kHz. Für Breitband-Datenverbindungen mit 128 kbit/s ist eine Kanalbandbreite von 150 kHz und für Backbone-Verbindungen mit 10 MBit/s eine Bandbreite von 10,5 MHz vorgesehen.
Im DV-Modus wird die Sprache zunächst digitalisiert und anschließend mittels proprietärem Sprachcodec AMBE hinsichtlich der geforderten Datenrate von 2,4 kbit/s komprimiert.
APCO P25, TETRA, DMR, wie auch der digitale Übertragungsstandard von Alinco sowie die von Yaesu vertriebenen Digitalgeräte auf Continuous 4 level FM (C4FM) Basis sind mit D-STAR nicht kompatibel, jedoch gibt es inzwischen verschiedene Selbstbauprojekte für D-STAR.
Verschlüsselte Übertragungsverfahren sind im internationalen Funkverkehr gemäß der Vollzugsordnung für den Funkdienst (Art. 25.2A) und in Deutschland gemäß der Amateurfunkverordnung (§ 16 Abs. 7 und 8) untersagt. Daher bestanden zunächst Bedenken, ob der Einsatz des proprietären Codecs als Verschlüsselung gewertet werden müsste.
Nach Auskunft der in Deutschland für den Amateurfunkdienst zuständigen Behörde, der Bundesnetzagentur, vom 30. April 2008 gibt es keine rechtlichen Einwände gegen den Einsatz des DV-Modus in Deutschland trotz der proprietären Natur des Codecs. Das AMBE+-Verfahren produziert einen Datenstrom, dessen Inhalt nicht ohne Rückgriff auf proprietäre Verfahren ausgewertet werden kann. Die der Behörde vorliegende Dokumentation sei hierfür ausreichend.
Zur Datenübertragung über den parallel zur Sprache übertragenen Datenkanal gibt es diverse Programme wie
Die Internet-Gateways für D-STAR liefen zunächst nur unter Linux mit einer proprietären Gatewaysoftware des Herstellers ICOM.
Der Gatewaysoftware fehlen jedoch einige Features wie zum Beispiel Konferenzschaltungen, Rufzeichenliste im Internet, etc. Diese Funktionen werden von den Zusatzsoftwarepaketen „DSM“ (D-STAR Monitor) zur webbasierten Aktivitätsanzeige und „dplus“ mit seinen Reflektor-Systemen REFnnn mit virtuellen Konferenzräumen ergänzt. Diese Softwarepakete (closed source) wurden von Funkamateuren geschrieben. Die Ergänzungen fielen jedoch durch Mängel und Probleme im Bereich des Datenschutzes auf.
Die Arbeitsgemeinschaft Zukunft Amateurfunkdienst hat eine Erklärung veröffentlicht, die im Funk-Telegramm 8/2009 wiedergegeben wurde. Man sah es als problematisch an, welche Daten an den Trust-Server in den USA versandt werden:
„Alle Aktionen der D-Star-Relaisbenutzer, wie zum Beispiel das Betätigen der Sendetaste, die Dauer einer Aussendung, sogar der Audiostream selbst, die Positionsdaten und die Verbindungsdaten werden zunächst lokal auf dem Gatewayrechner gespeichert. Danach werden einige Daten auf einen Server in den Vereinigten Staaten übertragen und dort dauerhaft gespeichert: konkret jedes Betätigen der Sendetaste und wer wann wo mit wem gesprochen hat. Wenn man so will, ist dies quasi eine Art von Vorratsdatenspeicherung in den USA für die D-Star-Nutzer weltweit. Nachts werden dann die gesammelten Daten der Audiostreams zu größeren Blöcken zusammengefasst und ebenfalls auf den US-Server hochgeladen.“
Auf Proteste reagierte der Gatewaybetreiber, jedoch nach Meinung der AGZ wieder problematisch:
„Nachdem Proteste gegen diese Vorgehensweise laut wurden, hat man leise, still und heimlich in der Nacht auf den 10. April ein Skript auf die Gatewayrechner gespielt, das zumindest das Hochladen des Audiostreams stoppt. Das US-Trustserverteam hat hier im übrigen erneut bewiesen, dass es jederzeit und ohne das Wissen der verantwortlichen Funkamateure vollen Zugriff auf alle angeschlossenen Gatewayrechner weltweit hat. Im Prinzip ist also dieses Team Herr über die Gatewaysysteme, und nicht etwa der deutsche Betreiber, der aber pikanterweise seinerseits gegenüber der Bundesnetzagentur verantwortlich zeichnet.“
Ein Gatewaybetreiber hätte demnach keinerlei Kontrolle darüber, welche Dienste auf seinem Gateway-Server liefen und welche Daten überhaupt über seinen Internetanschluss übertragen würden. Ein fremdes anonymes US-Trustserver-Team hätte de facto Root-Zugriff auf die Recher.
Daher wurden nach und nach freie und teilweise freie Software-Lösungen entwickelt. Hier die bekanntesten:
Um auf Trustserver verzichten zu können, werden hier die Routinginformationen parallel zu den konventionellen Methoden auch durch ein auf IRC-Technik basierendes System verteilt. Seit dem 20. Februar 2011 werden die Daten nur dann im ircDDB Live Log sowie der LastHeard-Liste angezeigt, wenn der Benutzer dies ausdrücklich freigeschaltet hat, indem er eine Aussendung mit dem Zielrufzeichen „VIS   ON“ getätigt hat. Zum Deaktivieren wird dementsprechend einmalig das Zielrufzeichen „VIS   OFF“ gesendet. Bis dahin wurden – auch ohne explizite Einwilligung der Nutzer – die Verbindungsdaten auch von mindestens einem Serverbetreiber in den USA gespeichert und über eine Webschnittstelle abrufbar gemacht.
Die Zusammenschaltung mehrerer Relais zu einer Konferenz ist im ursprünglichen D-STAR-Protokoll nicht vorgesehen. Um dies zu ermöglichen wurde das xReflector-System als Alternative zu den bereits genannten dplus-Reflektoren entworfen. Dieses erwies sich jedoch als störanfällig – so konnten Verbindungen durch kurze Träger unterbrochen werden (z. B. auch durch eine automatische Aussendung einer GPS-Bake), – so dass es inzwischen durch das DCS-System ersetzt wurde.
Die X-Reflektoren wurden ab Mitte 2012 durch das DCS-System ersetzt. Über die so genannten Digital Call Server lassen sich mehrere Relaisfunkstellen zu Konferenzen zusammenschalten, ähnlich wie mit den davor genutzten X-Reflektoren. Die Server selbst sind durchnummeriert, In Deutschland befindet sich der Server DCS001. Jeder Server ist in 26 Konferenzräume von A bis Z unterteilt. Die Konferenzräume A aller DCS-Server sind weltweit zusammen geschaltet (Bezeichnung des Konferenzraums „weltweiter Funkverkehr“). Raum Z entspricht der Echo-Funktion. Somit bleiben 24 Räume, denen Funktionen zugewiesen werden können.
Bei DCS werden die Routinginformationen nicht nur zu Beginn einer Aussendung, sondern wiederholt im Abstand von 20 ms(laut anderer Quelle alle 200 ms) übertragen, dadurch ist das System im Vergleich zum X-Reflektornetz weniger anfällig gegen kurze Störungen.
Im DCS-System werden momentan Rufzeichen, die nicht über DTMF-Kennungen angemeldet sind, von der Nutzung der DCS-Reflektoren ausgeschlossen, um – laut Aussagen der Betreiber – den Rufzeichenmissbrauch auf lokale Repeater einzuschränken beziehungsweise im Falle des Missbrauchs eine rechtliche Handhabe bei Vorfällen dieser Art zu haben. Es ist nicht dokumentiert, ob diese Anmeldung gültig bleibt, auch wenn die DCS-Kennung verfällt. (siehe CCS (Call Connection Service))
Das Anschalten eines Repeaters ist, wie auch bei X-Reflektoren über eine siebenstellige Eingabe des Reflektors und L (für Linken) in dem URCALL-Feld möglich; also „DCS001CL“ um sich mit dem Konferenzraum C (Konferenzraum Deutschland) des DCS Servers Nummer 1 zu verbinden. Ebenso gestaltet sich das Trennen durch „U“ an der 8. Stelle des URCALL-Feldes.
Zusätzlich besteht nun auch die Möglichkeit, Steuerbefehle – wie auch das Verbinden und Trennen – über DTMF-Töne zu übertragen. Dies gestaltet sich bei den meisten auf dem Markt befindlichen Geräten einfacher als die Anpassung des URCALL-Feldes (es sei denn, man belegt einzelne Speicherplätze mit den entsprechenden Kommandos, dann muss man allerdings für jeden Repeater mehrere Speicherplätze mit den jeweiligen Kommandos belegen). Zur Verbindung mit einem Konferenzraum sendet man D plus Nummer des Servers (einstellig) + Nummer des Konferenzraumes (zweistellig; A=01, B=02 … Z=26) durch DTMF, also D103, um sich mit dem Konferenzraum C des Servers DCS001 zu verbinden. Eine Statusabfrage erfolgt durch Übertragung der 0 (Null), zum Trennen dient # (Raute).
Zur experimentellen Verknüpfung mit Echolink war Konferenzraum V des schweizer DCS-Servers DCS003 auf den Echolink-Node 8008 HB9DR-R geschaltet. Echolink ist aus dem D-Star-Netz im Moment über die DTMF-Kennung 0000 erreichbar. Der Raum „M“ am österreichischen Reflektor DCS009 – aus dem D-STAR Netz über DTMF D913 erreichbar – ist mit dem Hytera-DMR-Netz verbunden.

Das CCS System vereinigt als nächste Ausbaustufe von DCS die Eigenschaften des originären Callsign-Routings, IrcDDB, D-Plus und StarNET.
Beim Callsign-Routing werden hier die Repeater automatisch temporär verlinkt, so dass ein direktes Antworten (ohne Programmierung des Empfängers im URCALL-Feld nötig ist) sowie auch ein Mithören auf dem angesprochenen Repeater ermöglicht wird. Beim originären Callsign-Routing kann man im Gegensatz dazu auf dem Zielrepeater nicht mithören; eine Rückmeldung, ob der Zielrepeater belegt oder nicht erreichbar war erfolgte nur über eine kryptische Text-Meldung im Display; der Angesprochene musste vor dem Antworten das Callsign-Routing zum Anrufenden programmieren, bereits bei kurzen Störungen brach die Weiterleitung zusammen.
Im Gegensatz zum DCS-System ist nun auch Callsign-Routing über DTMF-Kommandos möglich. Hierfür müssen persönliche DTMF-Kennungen zugeteilt werden (vergleiche Echolink). Zum Beenden der über CCS-Callsign-Routing aufgebauten Verlinkung sendet man – abweichend von Echolink sowie der Konferenzraumverlinkung – den DTMF-Ton „A“.
Da das System mit nur einem vierstelligen Adressraum dimensioniert wurde, reichten aufgrund vieler Anmeldungen für das CCS-System Anfang 2015 die verfügbaren Kennungen nicht mehr aus. Daher wurden ohne Vorankündigung die Benutzer aus der CCS-Datenbank gelöscht, die D-Star mehrere Monate nicht mehr genutzt hatten. Eine Neuanmeldung über Internet ist jedoch jederzeit möglich.
Stationen, die über CCS-Callsign-Routing via DTMF-Kommando erreichbar sind, nutzen idealerweise das vierstellige Suffix-Feld des Mycall-Eintrags, um ihre CCS-Nummer auszusenden.
Hierbei handelt es sich um eine Erweiterung des CCS-Systems auf 7 Stellen, wobei hier die ersten drei Ziffern aus dem Mobile Country Code (MCC) bestehen. Die Kennungen werden mit dem DMR-System zusammengeführt. Für das Routing innerhalb des eigenen Landes können die bisherigen 4- bzw. 5-stelligen CCS-IDs weiter verwendet werden. Seit 2015 findet ein Testbetrieb auf isolierten Servern statt.
Ein Bausatz zur Erweiterung handelsüblicher FM-Funkgeräte war über ein Amateurfunkmagazin erhältlich. Auch Funktelefone aus dem ehemaligen C-Netz (z.B. Siemens C5) können mit DV-Modem nachgerüstet werden. Ferner gibt es verschiedene Software-Projekte, die sich mit der Dekodierung von D-Star beschäftigen.
Die „Taunus-Relais-Gruppe“ betreibt seit Januar 2007 eine D-STAR-Relaisstation auf dem Großen Feldberg im Taunus (881 m ü.NN) mit der Sendefrequenz 439,450 MHz und der Empfangsfrequenz 431,850 MHz. Das Amateurfunkrufzeichen war zunächst DB0DFT B. Nach Umzug aus dem Fernmeldeturm in den gegenüberliegenden Aussichtsturm in Betriebsräume des Hessischen Rundfunks im Mai 2007 wurde das Rufzeichen in DB0HRF B geändert. Eine Gatewayanbindung an das weltweite D-STAR-Netz besteht seit Oktober 2007.
Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl der Relaisfunkstellen stetig und es entwickelten sich verschiedene Netze (siehe oben), die teilweise auch netzübergreifende Verbindungen erlauben. Weltweit gibt es mit Stand Januar 2014 über 1600 registrierte Gateways mit einem oder mehreren angeschlossenen Relais. Rund 110 Gateways in Deutschland, 13 in Österreich und 21 in der Schweiz zählt das ircDDB-Netzwerk. Dazu kommen noch eine unbekannte Anzahl von Hotspots, die in der Regel keine eigene Registrierung haben und somit nicht statistisch erfassbar sind.
PACTOR · WINMOR · ALE · Robust Packet · APRS (300 Baud)
D-STAR · AX.25: Packet Radio · APRS (1200 / 9600 Baud)
Telnet ·SMTP ·POP
HAMNET: 802.11 (FHSS, DSSS, OFDM)

Johannes Flöck

Johannes Flöck (* 19. April 1968 in Koblenz) ist ein deutscher Comedian und Moderator.
Johannes Flöck tourt seit 2002 durch Deutschland, entweder mit seinem Solo-Programm Goldig oder mit den 3Comedians (zusammen mit Mario Barth, Ausbilder Schmidt). Er ist regelmäßiger Gast in der Comedysendung NightWash (Comedy Central).
2003 belegte er den 2. Preis beim FFN Comedy-Award (Kat. New) und war Halbfinalist bei Star Search (Sat.1), 2004 Finalist beim Hamburger Comedy Pokal.
Vom 15. Oktober 2005 bis zum 16. Dezember 2005 war er im neunköpfigen Team der RTL-Produktion RTL Comedy Nacht.
Aktuell ist er im ZDF-Wissensmagazin Klar! Wissen ist gut. als Außenreporter zu sehen und mit regelmäßigen Auftritten bei NightWash (Comedy Central) und Quatsch Comedy Club (ProSieben).
Seit 2007 tourt er mit seinem aktuellen Soloprogramm Früher war ich Jünger durch die Republik.
Flöck bedient sich bei seinen Auftritten immer wieder des Wortwitzes. Er fragte sich z. B. bei einer seiner Shows warum es Joggen gehen heiße?
Sein Lispeln ist über die Jahre sein unverwechselbares Markenzeichen geworden.

Kleines Palfelhorn

Kleines Palfelhorn mit Wimbachgries
Das Kleine Palfelhorn (auch Palfenhorn, Balfenhorn, Palvenhorn) ist ein 2073 m hoher Gipfel in den Berchtesgadener Alpen.
Das Kleine Palfelhorn liegt, wie auch das Große Palfelhorn (2222 m, südlich, zusammen Palfelhörner genannt), am Ende des Berchtesgadener Wimbachtals.
Nördlich erhebt sich der Hochkalter, nordöstlich der Watzmann, südöstlich der Große Hundstod, nordwestlich die Hocheisspitze.
Die Palfelhörner bilden mit dem südwärtigen Seehorn (2321 m) im Weißbachtal bei Lofer eine kleine Untergruppe. Diese wird bayrischerseits zur Südlichen Wimbachkette des Hochkaltergebirges gerechnet, österreichischerseits üblicherweise zum Steinernen Meer.
Der Name steht zu Palfen ‚Fels‘. Der brüchige Ramsaudolomit gibt dem Gipfel sein Aussehen.
Das ins Wimbachgries vorgelagerte Kleine Palfelhorn ist dem Kletterer vorbehalten und wird wegen seiner extremen Brüchigkeit selten besucht. Der Weg der Erstbesteiger Franz von Schilcher, Johann Punz und J. Schöttl (1885) ist nach einem Bergsturz nicht mehr begehbar. Er galt seinerzeit neben der Ostwand des Watzmann als schwierigste Bergfahrt der Berchtesgadener Alpen. Der derzeitige Normalweg ist der Abstieg der Erstersteiger und erfordert Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad. Georg Weiß (1877–1937), der große Berchtesgadener Ski-Pionier, bestieg das Kleine Palfelhorn mehr als 80 Mal.

Thomas H. Gale House

Das Thomas H. Gale House oder einfacher Thomas Gale House ist ein Haus in dem Chicagoer Vorort Oak Park im US-Bundesstaat Illinois. Es wurde von dem berühmten US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright im Jahre 1892 entworfen und ist ein Beispiel seines Frühwerkes. Das Haus wurde von Wright nebenbei projektiert, als er noch bei Adler und Sullivan beschäftigt war. Das Haus ist deswegen bedeutend, weil es über die frühe Entwicklungsperiode Wrights Aufschluss gibt. Es wird als Contributing Property zu einem Registered Historic District geführt und wurde 2002 zu einer Landmarke in Oak Park erhoben.

Das Thomas H. Gale House ist neben dem Robert P. Parker House und dem Walter Gale House eines von drei Häusern Wrights entlang der Chicago Avenue in Oak Park, die als sogenannte „Bootleg Houses“ bekannt wurden. Sie wurden von Wright unabhängig entworfen, als er noch bei Adler and Sullivan beschäftigt war. Architekt Louis Sullivan hatte Wright Geld zum Bau dessen eigenen Wohnhauses geliehen, das von Wright praktisch abgearbeitet wurde (Sullivan wünschte keine unabhängige Tätigkeit Wrights). Das Thomas Gale House ähnelt stark dem Robert P. Parker House, und insgesamt hat Wright mindestens acht dieser Häuser als Feierabendarbeit entworfen, obwohl er noch bei Sullivan unter Vertrag stand. Als Sullivan von diesen Nebenprojekten erfuhr, Ende 1892 oder zu Beginn des Jahres 1893, entließ er Wright. Das Thomas Gale House ist eines von mindestens vier dieser Gebäude, die noch stehen (die Zahl schwankt allerdings je nach verfügbarer Quelle).
Die drei Häuser waren Teil einer Serie, deren Häuser sich geringfügig unterschieden, aber nahezu identische Grundrisse aufwiesen. Es handelte sich dabei um die bereits erwähnten Häuser, die Wright für Walter Gale und Robert Parker entworfen hatte, das sich ebenfalls in Oak Park befindliche Francis Woolley House, sowie das Robert G. Emmond House in La Grange, Illinois. Thomas H. Gale, ein bekannter Einwohner von Oak Park kaufte von seinem Vater Edwin sechs benachbarte Bauplätze an der Chicago Avenue, als er 1891 Laura Robeson heiratete. Er wählte Wright als Architekten. Baubeginn war Juli 1892. Die geplanten Baukosten beliefen sich auf 3000 US-Dollar. Das frischverheiratete Ehepaar lebte mit Thomas Gales Eltern, bis ihr eigenes Haus fertiggestellt war. Im Jahr darauf erwarb Thomas Bruder Walter das Nachbargrundstück und beauftragte Wright, für ihn ebenfalls ein Haus zu planen, dies aber erst, nachdem Wright Adler und Sullivan verlassen hatte.
Das Aussehen von Thomas Gales und Robert Parkers Häusern – eingeschränkt gilt dies auch für das Haus Walter Gales – war von dem aufwändigeren Emmond-Haus in La Grange angeleitet. Alle drei Wohnhäuser zeichnen sich durch unregelmäßige Dächer mit hochgezogenen und polygonalen Gauben aus. Das Thomas-Gale-Haus reflektierte dabei den Stil von Wrights erstem Lehrer Joseph Silsbee. Sullivans Einfluss wiederum ist in der unbewegten Massigkeit des Hauses erkennbar, seine Denkweise der „geometrischen Vereinfachung“ ist in dem Entwurf des Parker-Hauses offensichtlich. Obwohl beide Häuser grundsätzlich im Queen Anne Style ausgeführt sind, hat das Parker-Haus üppiger gerundete Formen, als es bei den meisten Queen-Anne-Häusern üblich war, die zu dieser Zeit gebaut wurden.
Die geringe Größe des Thomas Gale House täuscht über dessen Geräumigkeit hinweg. Die Erkertürmchen haben Wände, bei denen mehr als die Hälfte der Flächen aus Fenstern besteht. Der Kamin ist in der Mitte des Hauses angesiedelt, wodurch erreicht wird, dass dadurch zwei Räume bedient und geheizt werden können, das Empfangszimmer und das Esszimmer. Die seitlichen Fronten des Hauses sind symmetrisch, aber die benachbarte Bebauung ist zu nahe, um dies deutlich erkennen zu lassen.
Das Haus basiert auf einem rechteckigen Grundriss und wird durch einen steinernen Sockel unterstützt. Die Außenhülle wird durch hölzerne Schindeln gebildet. Das Gebäude hat ein hochgezogenes Walmdach mit polygonalen Gauben, einem Ziegelschornstein und überhängenden Dachtraufen (ein Merkmal, das später für Wrights Prairie Style üblich wurde). An den nordöstlichen und südöstlichen Ecken des Gebäudes befinden sich Tourellen mit konischen Dächern. Die in waagrechten Streifen angeordneten Erkerfenster (ein weiteres übliches Element des Prairie style) sind eine Mischung von Flügelfenster und unbeweglichen Fenstern. Die derzeitige Terrasse auf der Vorderseite hat eine nicht ursprüngliche Version mit eisernen Geländern ersetzt, die auf den Abbildungen des architektonischen Führers des Frank Lloyd Wright Preservation Trusts zu sehen ist. Die Frontfassade hat ebenfalls eine Dachgaube mit einem Paar Flügelfenster.
Obwohl das Gebäude klein und mit preisgünstigen Details verziert ist, hat das Thomas Gale House, genauso wie das Parker House, eine wichtige Bedeutung im Werk Frank Lloyd Wrights, weil es über seine Entwicklung als Architekt Aufschluss gibt. Das Haus wird als Teil des Frank Lloyd Wright-Prairie School of Architecture Historic District unter Denkmalschutz. Am 18. November 2002 wurde das Thomas Gale House zu einer Landmarke von Oak Park erklärt.
Auf den ersten Blick scheint das Thomas Gale House, wie auch die anderen seiner Gebäude aus dieser Zeit, einen Rückschritt darzustellen, im Vergleich zu Wrights James Charnley House, da er dabei auf Baustile wie Colonial Revival, Queen Anne und Dutch Colonial zurückgriff. Die Häuser zeigen allerdings Wrights wachsende Individualität dadurch, wie er überkommene Stile an seine eigene Sicht anpasst; das Thomas Gale und Parker House stellen eine stromlinienförmige Fassung des Queen Anne Styles dar. Die Häuser vereinen Merkmale der Quaderbauweise, die später zu einem Erkennungszeichen des vollentwickelten Prairie Styles Wrights wurde.
41.893888888889-87.801666666667Koordinaten: 41° 53′ 38″ N, 87° 48′ 6″ W

Nejishiki

Nejishiki (jap. ねじ式, dt. etwa „Mit einer Schraube“) ist eine Manga-Kurzgeschichte des japanischen Zeichners Yoshiharu Tsuge (unter anderem auch Munō no Hito). Sie gilt als das bekannteste Werk Tsuges und ist damit eine der bedeutendsten Arbeiten des alternativen Manga.
Unter dem Titel Nejishiki wurde in den 1980ern auch ein Band mit 15 Kurzgeschichten von Tsuge veröffentlicht. Die Kurzgeschichten in diesem Band sind zwischen 1965 und 1984 – meist im japanischen Manga-Magazin Garo – erschienen. Nejishiki selbst entstand im Juni 1968 für Garo und erzählt von einem Traum von Tsuge. Das surrealistische Werk begeisterte kurz nach seinem Erscheinen Kritiker und war Anlass für die Veröffentlichung zahlreicher Sekundärliteratur.
1998 wurde der Manga unter der Regie von Teruo Ishii mit Tadanobu Asano und Miki Fujitani verfilmt.
Nejishiki war sehr einflussreich. Der Manga-Zeichner Imiri Sakabashira gab seinen Beruf als Geschäftsmann auf und beschloss, Comiczeichner zu werden, nachdem er die Kurzgeschichte gelesen hatte.